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Weltmeisterschaft in Kazan



 

Zum 16. Mal wurden in diesem Jahr die Weltmeisterschaften der Masters in allen Schwimmdisziplinen in der Hauptstadt der Republik Tartastan Kazan ausgerichtet. Der Bezirk Rhein-Wupper beheimatet mit Birte Hohlstein-Janssen und Silke Hohlstein-Terwesten zwei langjährige Master-Synchronschwimmerinnen. In Kazan gingen die zum 11. Mal in 21 Jahren bei einer Masters-WM an den Start. Beide glaubten, eigentlich schon fast alles erlebt zu haben. aber diese WM belehrte sie eines besseren!

Bereits bei der Reiseplanung und Visumbeschaffung gab es die ersten Probleme: Im dritten Anlauf, eine Woche vor Abflug erhielten sie endlich das benötigte Visum für Russland. Leider war hier das Versprechen der Organisatoren, erleichterte Einreisebedingungen für Sportler zu schaffen nicht in der Praxis umgesetzt...

Waren  in Riccione 2012 weit über 600 und in Montreal 2014 noch 480 Synchronis am Start, waren in diesem Jahr magere 35 Synchronschwimmerinnen nur gemeldet! Ein wahrer Schock für die gesamte Fachschaft. Durch gute internationale Beziehungen versuchten die beiden Schwestern heraus zu finden, wieso es zu so einer geringen Teilnahme kommt. Da waren Visumprobleme, Gesundheitsprobleme, persönliche Bedenken und Vorurteile dem Ausrichter gegenüber oder aber der enge Abstand zur letzten WM im letzten Jahr angeführt. So wurden dann die geplanten 6 Wettkampftage zu ganzen zwei Tagen zusammen geschoben. Da aber bereits Flüge und Unterkunft gebucht waren, war schnell klar, diese WM bietet viel Zeit für Sightseeing und Austausch. Erstmals fanden ja die Leistungssport WM und Masters WM zusammen an einem Ort statt und erstmals gab es die Möglichkeit, in einem Athletendorf gemeinsam die Zeit zu verbringen. Mit einem Fassungsvermögen von 10 000 wurde das Dorf anlässlich der Universiade 2013 gebaut und bot eine tolle Kulisse für alle Schwimmbegeisterten. Noch nie zuvor hatten die beiden Birte und Silke die Möglichkeit, solch eine Atmosphäre zu erleben: Junge und alte, bekannte und unbekannte Athleten aller Sparten und aller Nationalitäten schwirrten durch das Dorf, sprachen miteinander, tauschten sich aus, räumten alte Vorurteile aus, gratulierten und respektierten sich, verbrachten Zeit beim Essen oder in der Lounge, tauschten Pins usw. Eine völlig neue Erfahrung für die beiden Synchroladies war, dass man als Synchronschwimmerin aus Deutschland und dann noch als Master genauso gewertschätzt wurde, wie z.B. der Bronzemedaillengewinner über 100m Freistil im Leistungssport. Hier gab es keinerlei Unterschiede zwischen den Sparten oder Nationen oder Masters- und Elitesport, Athlet war hier eben Athlet und somit ganz besonders. So wunderte es kaum, dass insgesamt 2500 Volunteers aus dem ganzen Land begeistert vor Ort rund um die Uhr das Ziel verfolgten, allen Beteiligten eine unvergessliche Zeit in Kazan zu bescheren. Wahrscheinlich genauso viele Polizisten sicherten alle Bereiche der Athleten, vom Pool, über Bustransfer bis hin zum Athletendorf. Auch die sportlichen bereiche wurden zumindest im Synchronschwimmen mit einer Professionalität vorbereitet und durchgeführt, so etwas gab es noch nie zuvor, das war wahrlich Olympianiveau! Sensationell und auch noch nie dagewesen dann die Begeisterung der riesigen Menge an Zuschauern, die trotz der geringen Beteiligung der Synchronschwimmerinnen gigantisch war!

Nun, es ist kein Geheimnis, dass das Duett vom Schwimm Verein Willich eine Goldmedaille holte und somit den 7. Masters-WM-Titel  in dieser Disziplin. Leider waren die beiden völlig konkurrenzlos in der Altersklasse 40-49 angetreten. Bedenkt man aber, dass viele einfach nicht gekommen sind, mit teils fadenscheinigen Ausreden, ist es umso erstaunlicher, dass gerade die beiden Hohlstein-Schwestern hartnäckig für die Teilnahme gekämpft haben. Ausreden oder Entschuldigungen in Kazan lieber nicht dabei zu sein, hätten sie genug gehabt: Knieprobleme mit Operation, finanzielle Probleme nach Montreal, familiäre Verpflichtungen und Probleme zum Ende der NRW-Sommerferien, berufliche Verpflichtungen etc. waren auch für die Willicher Synchronis Stolpersteine. Aber allen Unwegsamkeiten zum Trotz hielten sie eisern an einer Teilnahme in Kazan fest, frei nach dem Motto „Einmal Master, IMMER Master!“. Und dann kam dann zu dieser Goldmedaille im Duett auch noch eine silberne für Silke und eine Bronzene für Birte im Solo dazu. So haben sich die harte Arbeit und das viele Training für beide wieder einmal ausgezahlt. Als einzige deutsche Synchromasters holten sie sich nicht nur einen weiteren Titel, sondern besonderen Respekt und Anerkennung der russischen Wertungsrichter und Organisatoren. Diesen war nämlich das Synchronschwimmen als Masters völlig fremd, gibt es in Russland doch fast ausschließlich den Elitesport.

So war diese WM geprägt von vielen neuen Erfahrungen, die neben dem Sport besonders menschliche Momente beriet hielt. Wer mehr darüber lesen möchte, was die beiden Hohlstein-Schwestern alles erlebt haben, kann das Tagebuch der reise auf der Vereinsseite besuchen unter www.schwimmverein-willich.de/synchros

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